Brillen

Ablauf der VMV-Spezialanpassung

Unser Konzept zur VMV-Spezialanpassung besteht aus zehn Schritten. Vom Erstgespräch bis zur wirklichen Hilfe nach einem Schlaganfall benötigen wir etwa zwei bis drei Stunden. Im Folgenden erfahren Sie mehr über jeden einzelnen Schritt.

Erstgespräch mit ausführlicher Anamnese

Im Gespräch erfassen wir die Situation des Betroffenen. Wie war der bisherige Weg vom Eintritt des Schlaganfalls bis heute? Wie sind die eigene Einschätzung und Wahrnehmung des Krankheitsbildes? Was sagen Personen im Umfeld? Diese nehmen oftmals Dinge wahr, die der Betroffene selbst nicht bemerkt. Dennoch sind sie wichtig für die Gesamteinschätzung der Alltagssituation.

Speziell entwickelter Diagnosefragebogen

Für ein optimales Ergebnis der VMV-Spezialanpassung klären wir mit Hilfe eines Diagnosefragebogens Erwartungen, Bereitschaft und Motivation zur Verbesserung mit Hilfe des Verfahrens VMV. Dazu stellen wir Fragen zum Krankheitsbild, zu den Symptomen und sonstigen vorliegenden Krankheiten.

Übungen und Tests

Mit eigens für das Verfahren entwickelten Übungen und Instrumenten testen wir folgende Dinge:

  • die persönliche Mitte
  • die Raumempfindung
  • Fixation von bewegten Objekten
  • kognitive/visuelle Probleme
  • das Führungsauge

Daneben konzentrieren wir uns auf Körperhaltung und Motorik. Wir beobachten und klären mit dem Kunden bzw. seiner Begleitperson, ob es eine „Problemseite“ gibt und wie ausgeprägt sich dies im Alltag zeigt. Zudem achten wir auf Kopfhaltung, Hüftstellung und die Fähigkeit, einen Punkt zu fixieren. Auch wichtig: Welche motorischen Abläufe verrichtet der Betroffene selbständig bzw. wo braucht er Hilfe?

Automatische Refraktion

Es folgt eine automatische objektive Refraktion. Die gibt einen ersten Hinweis auf die Höhe der Fehlsichtigkeit, und zwar in Bezug auf Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus.

Die Messung dauert nur wenige Sekunden. Sie hilft dabei, die anschließende subjektive Refraktion nach der Mess- und Korrektionsmethode nach Haase (MKH) wesentlich zu verkürzen. Das schont die Konzentrationsphasen der Betroffenen.

Refraktion nach MKH
Mess- und Korrektionsmethode nach Haase

Hier wird, zusätzlich zu einer genauen Brillenglaskorrektion, eine eventuelle Heterophorie (latentes Schielen) erkannt und korrigiert.

Notwendig ist diese Korrektur bei auftretenden Doppelbildern oder asthenopischen Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen.

Auswahl geeigneter Yoged Prismen zur Sichtfeld-Korrektur

Mit dem Ausschluss-Test-Verfahren (ATV) bestimmen wir die Höhe und Richtung von sogenannten Yoged Prismen (Spezialprismen).

Als Ergebnis können wir die vom Kunden gefühlte Körpermitte seiner tatsächlichen Körpermitte anpassen. Darüber hinaus kann ein bisher nicht wahrgenommener Bereich des Gesichtsfeldes wieder in den sichtbaren Bereich verschoben werden.

Prüfung der Yoged Prismen

Durch ständiges Vergleichen unterschiedlichster Parameter – auch bezüglich der Motorik –  erreichen wir eine maximale Verbesserung.

Oftmals kann man schon jetzt eine bessere Kopf- und/oder Hüftstellung beobachten.

Rechnerische Ermittlung der VMV-Korrektion

Nach einem klar definierten Verfahren setzen wir nun die unterschiedlichen Ergebnisse in Bezug auf Fehlsichtigkeit, Winkelfehlstellung und Spezialprismen in Verbindung.

Das Ergebnis ist ein Gebrauchskorrektionswert, der in eine entsprechende Brillenfassung eingeschliffen wird.

Dabei berücksichtigen wir auch die Kopf- und/oder Hüftstellung, die Pupillendistanz und der Abstand zwischen Augenhornhaut und Brillenglas.

Fertigung der VMV-Neuro-Brille

So, die Brille ist fertig! Nun kommt der spannendste Moment für den Kunden und sein Umfeld:

  • Was verändert sich direkt nach dem Aufsetzen der Brille? Zum Beispiel bezüglich Motorik und eigener Sicherheit?
  • Ist die „gefühlte“ Raumwahrnehmung mit dem tatsächlichen Raum identisch?
  • Eventuell wagt der Kunde direkt die ersten eigenständigen Gehversuche.

Übungen

Durch bestimmte Übungen testen wir, wie der Kunde mit der Brille zurechtkommt. Treten die gewünschten Erwartungen schon zu diesem frühen Zeitpunkt ein? Oder zeigen sich erste Anzeichen?

Anhand diverser Methoden prüfen wir, inwieweit sich die bisher erfolgte Korrektur positiv auf verschiedene Alltagssituationen auswirkt. Wir beobachten und vergleichen hierbei die Ausgangssituation und die neue Situation.

Gemeinsam definieren wir anschließend die Dauer der notwendigen Eingewöhnungszeit.

Prüfung und Kontrolle

Über die kommenden Wochen und Monate tauschen wir uns regelmäßig aus. Martin Mütsch ist gerne ständiger Ansprechpartner um Fragen zu klären, gemachte Erfahrungen zu besprechen und die Brille – soweit erforderlich – entsprechend des Genesungsprozesses anzupassen.

Nach der Anpassung einer VMV-Neuro-Brille ist es sehr wichtig, dass ein Austausch zwischen den behandelnden Ärzten, Reha-Therapeuten und uns zustande kommt. Der kann zu einem größeren Erfolg der weiteren Entwicklungsschritte beitragen.

Endanpassung und Augentraining

Dank der bisher durchgeführten Übungen und Kontrollen können wir nun abschließende Anpassungen vornehmen. Darüber hinaus kann ein spezielles Augentraining den Erfolg fördern. Hierbei greifen wir auf unsere Erfahrung als Sehtrainer zurück.

Lassen Sie sich gemeinsam mit Ihren Angehörigen von uns individuell beraten. Die VMV-Neuro-Brille kann nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder anderweitigen Hirnschädigungen enorme Verbesserungen und Entlastung in Ihren Alltag bringen.